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Zeitreise in die Vergangenheit des Menschen
Vom Ursprung der Menschheit und ihrer Kultur findet die Archäologie meistens Steinwerkzeuge oder bildhafte Darstellungen an Fels- und Höhlenwänden. Aus der Steinzeit gibt es keine schriftlichen Funde. Steinzeit ist ein Sammelbegriff für menschliche Kulturstufen der Urgeschichte. Sie sind vorwiegend durch Steinwerkzeuge belegt, die diesen frühesten nachgewiesenen Menschheitsepochen ihren Namen gaben. Denn Steine weisen eine höhere Überlieferungsfähigkeit auf als andere natürliche Werkstoffe, wie zum Beispiel Holz oder Knochen, die sicherlich auch in der Früh-Geschichte der Menschheit Verwendung fanden.
Die Urgeschichte wird eingeteilt in
- Altsteinzeit (Paläolithikum),
- Mittelsteinzeit (Mesolithikum) und
- Jungsteinzeit (Neolithikum).
Diese frühe Epoche der Menschheitsgeschichte endet mit den Metallzeitaltern.
Beeindruckende Bauwerke aus großen bis riesigen Steinen wurden innerhalb der Steinzeit in der Megalith-Kultur errichtet. Derartige steinzeitliche Monumente sind weltweit zu finden. In Europa kommen sie vornehmlich in Küstenregionen vor.
Westlich von Évora ist der große Dolmen von Zambujeiro, neben dem Stein-Heiligtum von Almendres, ein imposantes Beispiel dafür.

Die Megalith-Kultur markiert den Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit in der Jungsteinzeit. Dieser einschneidende und nicht mehr umkehrbare Wandel in der Lebensweise der Menschheit hin zur Landwirtschaft wird „neolithische Revolution“ genannt.
Zeitreise ins vor-patriarchale Matriarchat
Durch den Vergleich mit noch heutzutage existierenden matriarchalen Gesellschaften kommt die Matriarchats-Forscherin Dr. Heide Göttner-Abendroth zu dem Schluss, dass es von 10.000 v. d. Z. bis in die Bronzezeit hinein weltweit Matriarchate gab. Sie definiert Matriarchat als eine mutter-zentrierte Gesellschafte, die auf mütterlichen Werten aufbaut, die für Frauen und Männer gleichermaßen gelten: Pflegen, Nähren, Fürsorge und Friedenssicherung. Diese egalitäre Gesellschaften, in denen die Geschlechter und Generationen gleichwertig zusammenleben, kennen keine Klassen, Hierarchien und keine Herrschaft des einen Geschlechts über das andere.
In Europa wurden Matriarchate besonders gründlich ausgerottet und flächendeckend durch patriarchale Strukturen ersetzt.1
Sabine Lichtenfels sieht im Stein-Heiligtum von Almendres das Herzzentrum Portugals, wo sich ein elementarer matriarchaler Geist bewahrt hat.2 Auch die Autorin Safi Nidiaye kommt während einer Trance-Sitzung zu der Erkenntnis, dass das Stein-Heiligtum „aus Zeiten der Mutterreligion und des Matriarchats“ stammt, wie sie in ihrem Reiseführer Magisch Reisen Portugal schreibt.

Ich selbst konnte im Stein-Heiligtum von Almendres Qualitäten und Archetypen ausmachen, die mütterlichen Werten entsprechen.
Das Stein-Heiligtum von Almendres
Steine selbst sind schwer zu datieren. Denn sie bestehen nicht aus organischen Materialien, wie Holz, Knochen oder Kohle. Sondern aus anorganischen Mineralien, für für die die üblichen Datierungsmethoden nicht angewendet werden können. Die Archäologie behilft sich deswegen mit der Datierung von umliegenden Schichten oder von organischem Material in der selben Fundschicht.
Die Altersangaben für das Stein-Heiligtum von Almendres reichen von 5.500 Jahre3 vor der Zeitrechnung (v. d. Z.) bis zur Altbronzezeit um 2.000 Jahre4 v. d. Z.

Anhand zweier Keramik-Fragmente, die im unteren, östlichen Teil des Stein-Heiligtums gefunden wurden, hat das Archäologen-Team um Mário Varela Gomes eine zeitliche Zuordnung vorgenommen. Verschiedene Ton-Scherben mit parallel eingeschnittenen Strichen werden im Zusammenhang mit Funden in 100 m Entfernung von der Steinsetzung gesehen. Diese Funde werden offiziell der Jungsteinzeit am Ende des 6. und Anfang des 5. Jahrtausends v. d. Z. zugeschrieben.5
Sabine Lichtenfels beschreibt das Stein-Heiligtum als „etwa 7.000 Jahre alten Megalith-Steinkreis“, der von einer archaischen Hochkultur erzählt, „die mindestens 2.000 Jahre lang in vielen Teilen der Erde vorherrschte und erst um 5.000 v. d. Z. zerstört wurde.“6
Dieter Duhm führt im Nachwort ihres Buches Traumsteine noch weiter aus, dass diese Hochkultur den einfallenden halbnomadischen Kurgan-Völkern weichen musste. Die Kurgan-Völker werden als eine kriegerische, patriarchale und hierarchische Kultur beschrieben. Die Kurgan stehen damit im totalen Gegensatz zu den friedlichen matriarchalen Kulturen der Steinzeit und hatten bei ihrer Ausbreitung nach Westen sicherlich leichtes Spiel.
Elke ∞ Almendres.Info
- Heide Göttner-Abendroth:
Das Matriarchat II,1: Stammesgesellschaften in Ostasien, Indonesien, Ozeanien
Das Matriarchat II,2: Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika
Verlag Kohlhammer, Stuttgart 1991/1999 und 2000 ↩︎ - Sabine Lichtenfels: Traumsteine – Seite 16 + 27 ↩︎
- web.archive.org/web/20200217220902/http://www.eboramegalithica.com/why-.html ↩︎
- https://visitportugal.com/de/print/poi/128754 ↩︎
- https://www.iberlibro.com/PAISAGENS-ARQUEOL%C3%93GICAS-OESTE-%C3%89VORA-SARANTOPOULOS-Panagiotis/30609749676/bd ↩︎
- Sabine Lichtenfels: Traumsteine – Umschlagtext ↩︎
