Megalith-Philosophie

Mit dem Stein-Heiligtum von Almendres haben uns die ErbauerInnen ihr Weltbild und ihre Megalith-Philosophie hinterlassen.

Megalith-Philosophie

Megalith stammt aus dem Griechischen (mégas = groß und líthos = Stein).
Philosophie ist die „Lehre vom Sein, vom Ursprung und dem Wesen der Dinge, vom Denken und Handeln und von Erkenntnis und Weisheit“.1

Prinzipien des Ursprungs

In ihrer energetischen Bedeutung stellen alle Hinkelsteine des Stein-Heiligtums von Almendres, meinen Entdeckungen nach, das Ley de Sé dar. Lucas Buchholz übersetzt diesen spanischen Begriff der Kogi mit Prinzipien des Ursprungs.2

Für die Kogi sind die Prinzipien ein Ordnungssystem, das alle Lebensbereiche durchdringt. In seiner Tiefe ist es eine Lehre vom Sein, die besagt, dass die physische Realität nur der Schatten einer geistigen Urform ist. Das Ley de Sé gibt vor, wie die Menschen mit der Natur und untereinander in Harmonie leben sollen, um das Gleichgewicht der Welt zu bewahren.

Die Megalith-Philosophie der Kogi – die Prinzipien des Ursprungs

Zentrale Prinzipien des Ley de Sé sind zum Beispiel:

  • Ursprung im Geistigen (Aluna)
    Das entspricht dem ersten hermetischen Prinzips des Geistes.
  • Genehmigungen einholen (Pagamentos)
    Bevor der Erde Ressourcen entnommen werden, muss eine spirituelle „Genehmigung“ eingeholt werden.
  • Das Prinzip des Ausgleichs
    Jede Entnahme aus der Natur erzeugt ein kosmisches Ungleichgewicht, das ausgeglichen werden muss.
  • Wahrung des Gleichgewichts
    Krankheit, Naturkatastrophen oder Konflikte werden als Anzeichen dafür gewertet, dass gegen das Ley de Sé verstoßen wurde. Die spirituellen Führer der Kogi heilen diese Störungen durch Rituale und Denkarbeit.
  • Die Verantwortung des Wissens
    Wissen ist untrennbar mit Verpflichtung verbunden. Wer versteht, wie die Natur funktioniert, ist moralisch gezwungen, für ihren Erhalt zu arbeiten.

Archetypen

Durch Sabine Lichtenfels habe ich die einzelnen Hinkelsteine als archetypischen Kräfte kennen gelernt.

Archetypen von Almendres
Archetypen von Almendres

Archetyp bedeutet Urbild, Urgestalt, Urform des Seienden. Das Stein-Heiligtum erklärt diesen Begriff als „überzeitliche Gestalt“. Die Monolithen wirken durch ihre Kräfte zusammen und stehen in Beziehung zueinander. Die Hinkelsteine stehen also für etwas ursprünglich Gesetztes und zeitlos Gültiges.

Die antike Philosophie in Nachfolge der Megalith-Philosophie

Da aus der Steinzeit keine schriftlichen Funde existieren tauchen die Archetypen als Bestandteil der Megalith-Philosophie in der Schriftkultur der antiken Philosophie auf. Die Ideenlehre Platons beschreibt die Idee als Urbild. Er postuliert, dass die materielle Welt nur ein Abbild einer höheren, geistigen Realität ist.

Megalith-Philosophikum als zentrales Bauwerk der Megalith-Philosophie

Das Stein-Heiligtum von Almendres kann als Megalith-Philosophikum perennis3 betrachtet werden. Ein Philisophikum ist das zentrale Gebäude der geisteswissenschaftlichen oder der philosophischen Fakultät. Und perennis bedeutet beständig, ewig, immerwährend.

Megalith-Anlagen westlich von Évora
Megalith-Anlagen westlich von Évora

Das Stein-Heiligtum von Almendres bildet als größte Steinsetzung auf der iberischen Halbinsel den Mittelpunkt einer seit langer Zeit von Menschen bewohnten und dicht besiedelten Region. Es ist der zentrale Kraftort des Wissens, in dem die geistigen Prinzipien der Megalith-Philosophie in Stein aufgestellt sind, um die Gedanken und das Leben im Einklang mit der Natur zu ordnen.

  • freier Wille
  • Natur-Gesetze
  • im Mittelpunkt die Mütter

  1. wissen.de/wortherkunft/philosophie ↩︎
  2. Buchholz, Lucas: Kogi – Wie ein Naturvolk unsere moderne Welt inspiriert, Neue Erde GmbH, Saarbrücken, 2019, ISBN 978-3-89060-761-0 ↩︎
  3. Perennis bedeutet: beständig, ewig, immerwährend ↩︎

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